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Kaffee-Ratgeber – Espresso, Bohnen & Zubereitung einfach erklärt

Fragen zur Kaffeezubereitung – Wissen aus der Praxis

Die folgenden Fragen behandeln die richtige Zubereitung und Aufbewahrung von Kaffee und Espresso. Die Antworten greifen unter anderem Erkenntnisse aus unserem persönlichen Gespräch bei Drago Mocambo sowie Erfahrungen aus der Praxis auf.

Kaffee & Espresso richtig zubereiten – häufige Fragen

Woran erkennt man einen guten Espresso?

Ein guter Espresso sollte eine kompakte, gleichmäßige und braune Crema besitzen und intensiv sowie aromatisch schmecken. Wie kräftig ein Espresso sein soll, ist dagegen Geschmackssache.

Entscheidend ist nicht nur die verwendete Kaffeemischung. Auch Mahlgrad, Brühtemperatur, Kaffeemenge und Zubereitung beeinflussen das Ergebnis deutlich. Schon kleine Veränderungen bei der Einstellung können den Geschmack des Espressos verändern.

Warum schmeckt mein Espresso bitter?

Ein bitterer Espresso kann verschiedene Ursachen haben. Häufig wurde der Kaffee zu heiß oder zu lange extrahiert. Auch eine zu große Kaffeemenge oder ein zu fein eingestellter Mahlgrad können dazu führen, dass zu viele Bitterstoffe aus dem Kaffee gelöst werden.

Schmeckt der Espresso unangenehm bitter oder sogar verbrannt, lohnt es sich deshalb, Brühtemperatur, Mahlgrad, Kaffeemenge und Durchlaufzeit zu überprüfen.

Warum schmeckt mein Espresso sauer?

Ein deutlich saurer Espresso kann auf eine Unterextraktion hindeuten. Mögliche Ursachen sind eine zu niedrige Brühtemperatur, ein zu grober Mahlgrad, eine zu geringe Kaffeemenge oder eine zu kurze Extraktionszeit.

Eine gewisse Säure kann allerdings auch von der verwendeten Kaffeemischung und den enthaltenen Bohnen stammen. Nicht jeder säuerliche Geschmack ist deshalb automatisch ein Zubereitungsfehler.

Was bedeuten die vier M bei der Espressozubereitung?

Bei der Espressozubereitung wird häufig von den vier M gesprochen:

Maschine, Mühle, Mischung und Mensch.

Die Espressomaschine sorgt für die notwendigen Bedingungen bei der Extraktion, die Mühle bestimmt unter anderem den Mahlgrad und die Mischung bringt ihren eigenen Charakter mit. Das vierte M ist der Mensch: Er stimmt Mahlgrad, Kaffeemenge, Temperatur und Zubereitung aufeinander ab.

Erst das Zusammenspiel dieser vier Faktoren entscheidet darüber, wie der Espresso am Ende in der Tasse schmeckt.

 

Welche Brühtemperatur und Extraktionszeit sind für Espresso empfehlenswert?

Als Orientierung wurden uns bei unserem Gespräch bei Drago Mocambo eine Brühtemperatur von etwa 89 bis 94 °C und eine Extraktionszeit von ungefähr 20 bis 25 Sekunden genannt.

Diese Werte sind keine starre Vorgabe. Kaffeemischung, Mahlgrad, Kaffeemenge und Espressomaschine beeinflussen die optimale Einstellung. Schmeckt der Espresso zu bitter oder zu sauer, können kleine Anpassungen bereits einen deutlichen Unterschied machen.

Warum sollte eine Espressotasse vorgewärmt werden?

Eine kalte Porzellantasse entzieht dem frisch zubereiteten Espresso sehr schnell Wärme. Dadurch sinkt die Temperatur des Getränks unmittelbar nach der Zubereitung.

Eine vorgewärmte Espressotasse hilft dabei, die Temperatur länger zu halten und den Espresso so zu genießen, wie er aus der Maschine kommt. Gerade bei der kleinen Menge eines Espressos macht sich eine kalte Tasse besonders schnell bemerkbar.

Kann Kaffee nach der Röstung zu frisch sein?

Ja. Direkt nach der Röstung geben Kaffeebohnen noch Röstgase, insbesondere Kohlendioxid, ab. Deshalb muss frisch gerösteter Kaffee nicht unbedingt direkt nach dem Rösten seinen besten Geschmack erreichen.

Im persönlichen Gespräch bei Drago Mocambo wurde uns als Orientierung genannt, dass der Kaffee etwa ein bis zwei Wochen nach der Röstung einen sehr guten Zeitpunkt zum Trinken erreicht. Der optimale Zeitpunkt kann jedoch je nach Kaffeemischung, Zubereitungsart und persönlichem Geschmack unterschiedlich sein.

Wie sollte man Kaffeebohnen richtig lagern?

Kaffeebohnen sollten trocken, möglichst luftgeschützt und vor Wärme sowie direkter Sonneneinstrahlung geschützt gelagert werden. Ein geschlossener Küchenschrank ist dafür in der Regel gut geeignet.

Bei einer Kaffeepackung mit Aromaventil können die Bohnen auch in der Originalverpackung bleiben. Die Packung sollte nach der Entnahme wieder möglichst gut verschlossen werden.

Von der Lagerung im Kühlschrank oder Gefrierschrank wurde uns bei unserem Gespräch bei Drago Mocambo abgeraten. Temperaturschwankungen und Feuchtigkeit können sich ungünstig auf den Kaffee auswirken.

Warum ist die regelmäßige Reinigung der Kaffeemaschine wichtig?

Kaffeefette und Kaffeereste lagern sich mit der Zeit in der Maschine ab und können den Geschmack des Kaffees deutlich beeinflussen. Deshalb sollte die Kaffeemaschine regelmäßig gereinigt werden.

Bei einer Siebträgermaschine betrifft das insbesondere Brühgruppe, Siebträger, Siebe und – bei Milchgetränken – die Dampflanze. Auch die Kaffeemühle sollte regelmäßig von Kaffeeresten und Ablagerungen befreit werden.

Bei einem Kaffeevollautomaten sollten Brühgruppe, Kaffeesystem, Auffangschale und Tresterbehälter entsprechend den Herstellerangaben gereinigt werden. Wird Milch verwendet, ist außerdem eine regelmäßige Reinigung des Milchsystems besonders wichtig.

Neben der Hygiene trägt die Reinigung dazu bei, dass sich alte Kaffeefette und Rückstände nicht negativ auf Aroma und Geschmack des frisch zubereiteten Kaffees auswirken.